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Vorfreude auf hunderte Motorradfahrer

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General-Anzeig Bonn + 13.04.2010

Vorfreude auf hunderte Motorradfahrer

Für den 12. Juni laden die Biker in der Bundespolizei zum siebten Zweirad-Gottesdienst ein

Redakteur: Axel Vogel

Sankt Augustin. Gut, mit sieben Jahren kann man noch kein eigenes Motorrad haben, das sieht Kevin aus Niederkasel auch ein. Trotzdem kann man doch für ein solches Gerät schwärmen. Und vielleicht sogar mal draufsitzen, wenn ein großer Biker das Gerät festhält? Klar kann man: Ingulf Kersten, Mitglied der Biker in der Bundespolizei, hielt den Lenker fest und Kevin nahm probeweise Platz auf dem schweren BMW-Polizeimotorrad.

So viel Interesse bei Klein und Groß freute Kersten und Bürgermeister Klaus Schumacher bei der Vorstellung des kommenden Polizei-Biker-Gottesdienstes der Bundespolizei am 12. Juni ab 15 Uhr in Sankt Augustin.

Es ist ein kleine Erfolgsgeschichte im Veranstaltungskalender der Stadt Sankt Augustin. 2003 hatten einige begeisterte Motorradfahrer der Kreisgruppe Sankt Augustin der Gewerkschaft der Polizei zusammen mit den Blue Knights Germany I und der Unterstützung des Grenzschutzpräsidiums West den ersten Biker-Gottesdienst aus der Taufe gehoben: 250 Motorradfans fuhren damals auf ihren Maschinen von der Grenzschutzkaserne in Hangelar zum Open-Air-Gottesdienst vor der Kirche von Sankt Martinus Niederpleis. Dem Korso durch die Stadt jubelten damals bereits etliche Augustiner zu.

Inzwischen ist die Veranstaltung zu einem echten Selbstläufer geworden, und so hat sich nicht nur die Zahl der Sympathisanten entlang der Wegstrecke stark erhöht: Motorradfahrer aus aller Welt zieht es derweil nach Sankt Augustin. Vor allem Polizisten aus den Nachbarstaaten wie den Niederlanden und Belgien machen mit bei dem Biker-Gottesdienst, der vor allem eine Verbeugung vor jenen Polizei-Kollegen sein soll, die in der Ausübung ihres Dienstes ihr Leben verloren haben.

Bis zu 1 400 Biker zählten die Veranstalter, die sich inzwischen in den „Bikern in der Bundespolizei“ zusammengefunden haben, in den vergangenen Jahren. Nach dem Gottesdienst war natürlich immer eine große Party angesagt im Bikercamp am Hangelarer Flugplatz.

Lagerfeuerromantik inklusive. Löblich war an der Veranstaltung bislang: Ungeachtet von viel Bikerflair, behielten die Organisatoren auch jene im Auge, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. So spendeten die Biker in der Bundespolizei im vergangenen Jahr 3 600 Euro aus dem Erlös des Bikergottesdienstes an die Kinderclowns im Krankenhaus, erklärte Michaela Heinen, Pressesprecherin der Bundespolizei in Hangelar.

Auch beim 7. Polizei-Biker-Gottesdienst solle ein gute Tat dazugehören. Zumal Ingulf Kersten erneut mit Hunderten Teilnehmern an dem Großereignis am 12. Juni rechnet. Spenden will Kersten den Erlös dieses Mal an den Verein „Bunter Kreis“.

Dabei unterstützt die Einrichtung im Raum Bonn/Rhein-Sieg Familien, die ein schwerstkrankes Kind betreuen. Der Schwerpunk der Vereinsarbeit liegt auf der Versorgung Frühgeborener“, erklärte Jürgen Ritter vom Vorstand des Bunten Kreises.

Oft gehe es dabei um Nachsorgefälle, die nach der Klinik im Alltag betreut werden müssen. Das übernimmt dann eine speziell geschulte Nachsorgeschwester des Vereis wie beispielsweise Alexandra Müller-Helm. Das Problem an der Sache ist jedoch: „Die Finanzierung solcher Fälle ist sehr aufwendig“, wusste Ritter zu berichten. Jede Betreuung müsse oft individuell mit der Krankenkasse besprochen werden, da diese selten zu 100 Prozent die Kosten übernehmen würde.

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