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Bundespolizei Trikes, Quads und Weihwasser

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Rhein-Sieg-Anzeiger + 14.06.2010

Bundespolizei Trikes, Quads und Weihwasser

Redakteur: Ralph Thelen

Foto: Ralph Thelen

Sankt Augustin – Bei diesem großen Andrang hätte sich Pfarrer Norbert Achcenich eigentlich Sorgen machen müssen, dass das Weihwasser im mitgebrachten Behälter nicht ausreicht – eigentlich. Doch Petrus hatte wohl mitgedacht und pünktlich zum Beginn der großen Motorrad-Prozession einen kräftigen Regenschauer geschickt, der Abhilfe schuf. So war es kein Problem den hunderten Motorradfahrern, die gemeinsam zur Messe nach Sankt Augustin fuhren, einen Segen mit auf den Weg zu geben. „Ich bin froh, dass so viele gekommen sind, um an unserem Gottesdienst teilzunehmen und auch, dass sich die Veranstaltung rund herum zu einem richtig internationalen Event entwickelt hat“, so Achcenich über den siebten offenen Polizei-Biker-Gottesdienst und das dreitägige Biker-Camp, das am Sonntag zu Ende ging.

„Als ich das zum ersten Mal vor drei Jahren gemacht habe, hab ich es am nächsten Tag in meinem Arm gemerkt, so viele Leute habe ich gesegnet“, erinnert sich der Geistliche. Rund um den Hangelarer Flugplatz wimmelte es in den drei Tagen nur so von Motorrädern, Trikes und Quads. Menschen in Ledermonturen diskutierten an einer Vielzahl von Verkaufsständen aktuelle technische Trends und machten neue Bekanntschaften. Abends gaben sich dann lokale Bands, wie „Big Dave and the Mad Farmers“, aber auch überregionale Musiker wie die Schilehrer aus Tirol die Ehre.

Das Publikum war bestens unterhalten, und manch einem Kirchengänger schien am nächsten Tag die vorangegangene Nacht noch in den Knochen zu stecken. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Lasst ein Licht leuchten“ und fand im Gedenken an alle verstorbenen Mitglieder der Polizei-Biker-Staffel statt. In den vergangenen zwölf Monaten kamen bundesweit bereits neun Motorrad-Polizisten ums Leben. „Der Gottesdienst ist gerade wegen dieser Gefahr sehr wichtig“, so Achcenich, der seit drei Jahren bei der Bundespolizei Seelsorger ist. Die Einnahmen aus den Veranstaltungen während des Biker-Camps werden wie jedes Jahr an eine wohltätige Organisation gespendet. „Das macht das besondere am Biker-Camp aus. Man trifft sich nicht nur, sondern tut auch noch was Gutes dabei“, so der Seelsorger.

Wie schon in den vergangenen Jahren waren auch Polizisten aus Belgien und Luxemburg, sowie einige Gendarmen aus Frankreich angereist. Auch eine Delegation der Feldjäger vom Hardtberg hatte es sich nicht nehmen lassen, an der Prozession teilzunehmen. Doch der Großteil der Zweirad-Fans kam aus der näheren Umgebung. So auch Ursula und Jürgen Packmohr, die dem Regen trotzten und sich die Prozession vom ersten bis zum letzten Motorrad anschauten. „Es ist jedes Jahr eine schöne Veranstaltung. Außerdem fährt unser Jung auch mit“, so Ursula Raue, die den Regenschirm hielt, während ihr Mann die vorbeifahrenden Motorräder filmte. Auch Pfarrer Achcenich nahm die schlechten Bedingungen mit Humor und kommentierte die erste Reihe vorbeifahrender Motorradfahrer die einen Schauer Weihwasser abbekommen hatten lakonisch: „Das macht ja eigentlich gar keinen Unterschied.“

Hier zum Original-Artikel ➥ – Quelle: http://www.ksta.de/12012942 ©2016