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„Biker in der Bundespolizei“ Holländer im ….

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Rhein-Sieg-Rundschau + 10.06.2013

„Biker in der Bundespolizei“ Holländer im Leichensack

Redakteur: sl

Sankt Augustin – Kurz vor Beginn wurde es noch mal hektisch. „Wir haben nur noch telefoniert“, sagt Ingulf Kersten. Er ist der inoffizielle Präsident der Gruppe „Biker in der Bundespolizei“, die am Wochenende zum Biker-Camp am Hangelarer Flugplatz eingeladen hatte. Immerhin knapp 300 Motorradfahrer und -fahrerinnen schlugen im Lager ihre Zelte auf beziehungsweise vertrauten auf ein Feldbett in einem der Großraum-Wigwams. Doch Mannschaftszelte und vor allem Mobilbetten waren auf einmal rar. „Die werden im Hochwassergebiet im Osten gebraucht“, so Kersten, dem es mit seinen Mitstreitern auf den letzten Drücker gelang, für Ersatz zu sorgen. Feuerwehren und Hilfsdienste wie die Malteser oder das THW halfen gern aus.

Einer der zweiradbegeisterten Gäste, die aus Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden kamen, brachte nicht nur einen Schlafsack mit. Der Polizist aus Holland ging auf Nummer sicher. „Ich schlafe im Leichensack, damit ich nicht friere.“ Ob es sich tatsächlich um ein bereits benutztes Exemplar handelte, wie er behauptete, blieb offen.

Das Camp am Wochenende war bereits das neunte Treffen seiner Art in Hangelar. Angefangen hatte alles 2002. Damals, so Ingulf Kersten, habe man einen Stammtisch gegründet für Motorradfahrer in der Bundespolzei. „Die brachten dann Freunde und Bekannte mit.“ So blieb der Name „Biker in der Bundespolizei“, doch die beamteten Ordnungshüter seien mittlerweile längst nicht mehr unter sich. Im Jahr 2003 dann feierte die Gruppe ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst, insbesondere um den im Dienst gestorbenen Polizisten zu gedenken. Kersten: „Die Reaktion auf den ersten Gottesdienst war so überwältigend, dass wir dann was Größeres daraus gemacht haben.“ So wurde 2004 das erste Camp organisiert.

Doch für viele Teilnehmer ist und bleibt der Gottesdienst der Dreh- und Angelpunkt. Das wurde auch am Samstag wieder deutlich. Mehr als 900 Motorradfahrer nahmen an der Prozessions- und Gedenkfahrt von Hangelar zur St. Martinus-Kirche in Niederpleis teil, wo Bundespolizeipfarrerin Anne Henning, Polizeioberpfarrer Pater Georg und der Niederpleiser Pfarrvikar Gregor Platte gemeinsam einen Gottesdienst zelebrierten. Gedacht wurde insbesondere Randolf Virnich. Der damalige Präsident der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin war im August tödlich mit dem Motorrad verunglückt.

An Spenden beim Gottesdienst und bei Sammlungen im Camp kamen 10 000 Euro zusammen – so viel wie nie zuvor. Das Geld geht an den Verein „Bunter Kreis“ in Sankt Augustin und die Irena-Sendler-Förderschule in Euskirchen. Insgesamt haben die „Biker in der Bundespolizei“ nun mit rund 42 000 Euro Vereine, die Kinder fördern, unterstützt. (sl)

Hier zum Original-Artikel ➥ – Quelle: http://www.rundschau-online.de/5243786 ©2016