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Doris Virnich begleitet Motorrad-Korso

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Rhein-Sieg-Rundschau+ 05.05.2013

Nach tödlichem Unfall: Doris Virnich begleitet Motorrad-Korso

Redakteur: Johannes Mager

Foto: Johannes Mager RSR

Euenheim – Es war das erste Mal, dass sich Doris Virnich nach dem Tod ihres Ehemanns wieder auf ein Motorrad setzte. Der tödliche Motorrad-Unfall von Randolf Virnich, dem Präsidenten der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, im August des vergangenen Jahres war für sie ein unglaublicher Schicksalsschlag. Auch die „Biker in der Bundespolizei“, also der Zusammenschluss der von Motorrädern begeisterten Bundespolizisten, deren Ehrenmitglied Virnich war, waren geschockt.

So entschieden sich die Mitglieder, bei ihrem Biker-Camp, das zwischen dem 7. und dem 9. Juni auf dem Flugplatz Hangelar in Sankt Augustin stattfindet, diesmal für zwei Spendenziele zu sammeln. Neben dem „Bunten Kreis Bonn“, der schwerstkranken Kindern und ihren Familien hilft, ist dies die Euenheimer LVR-Irena-Sendler-Schule, die ihren Förderschwerpunkt auf die körperliche und motorische Entwicklung ihrer Schüler gelegt hat. Dieses Camp, zu dem über 1000 Maschinen anrollen werden, findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Dass die Bundespolizei-Biker während des Fests und des Gottesdienstes für einen guten Zweck sammeln, hat Tradition.

„Wir versuchen, kleine Vereine zu finden, die nicht so in der Öffentlichkeit stehen, damit wir sie noch etwas pushen können“, berichtete Ingulf Kersten von den Bundespolizei-Bikern, hinter dem Doris Virnich auf dem Motorrad Platz nahm. In diesem Jahr sind es zwei Spendenempfänger, denn Doris Virnich hatte zur Beerdigung ihres Mannes darum gebeten, statt Blumen und Kränzen Geldspenden zur Sammlung der Biker beizusteuern. „Weil aus diesem Unglück zumindest noch ein bisschen etwas Positives erwachsen sollte“, findet sie.

Dabei betont sie die Verbundenheit mit den Bikern der Bundespolizei, weil es „eine große Familie“ sei. „In diesem einen Jahr, in dem mein Mann den Motorrad-Führerschein besaß, hatte er dermaßen viel Freude daran“, erinnert sie sich zurück. Wichtig sei ihr, dass einer der Spendenempfänger der Förderverein der LVR-Irena-Sendler-Schule ist. „Wir wohnen direkt gegenüber und es ist einfach eine Verbundenheit mit dem Dorf und der Schule da“, erklärte Doris Virnich. Schulleiterin Karin Hambach und die Schülervertretung haben bereits einen großen Wunsch: zwei Fußball-Tore aus Metall. „Aber die kosten ohne Montage schon 2000 bis 2500 Euro“, sagte sie. Als Ingulf Kersten die Summe hörte, war für ihn klar: „Die Tore können wir ihnen versprechen.“ Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernimmt übrigens die Band der Irena-Sendler-Schule.

Für 40 Schüler der Mittel- und Abschlussklasse ging es bereits am Wochenende zum Flugplatz Hangelar. Bei strahlendem Sonnenschein holten über 30 Biker der Bundespolizei die Jugendlichen mit Motorrädern mit Beiwagen und Trikes an ihrer Schule ab, um vorbei an blühenden Feldern nach Sankt Augustin zu knattern. Auch Klaus Schumacher, Bürgermeister der Stadt Sankt Augustin, fuhr mit. Auf dem Flugplatz gab es für die Jugendlichen ein buntes Programm. So konnten sie einen ADAC-Rettungshubschrauber erkunden und mit der Wasserkanone der Feuerwehr spritzen. Ausdrücklich dankte Ingulf Kersten den Johannitern: „Die haben sich angeboten, den Korso mit einem Rettungs- und einem Mannschaftswagen zu begleiten.“

Hier zum Original-Artikel ➥ – Quelle: http://www.rundschau-online.de/3584230 ©2016