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36. Motorradfahrer-Gedenkfahrt: 1000 Biker pilgern zum Altenberger Dom

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Kölner Stadt-Anzeiger + 26.10.2014

1000 Biker pilgern zum Altenberger Dom

Redakteur: Dirk Volkmann

Foto: Anton Luhr

Odenthal – Als die erste Gruppe von Maschinen laut hupend auf den Märchenwaldparkplatz zusteuern, hat Margarete Wagner alles für den erwarteten Ansturm vorbereitet. „Bratwurst, Currywurst, Frikadelle und leckerer Erbseneintopf aus der Gulaschkanone- verhungern muss heute niemand“, ist sich die Köchin des Altenberger Märchenwaldes sicher.

Weniger Teilnehmer als in Vorjahren

Knapp über 1000 Biker aus weiten Teilen Nordrhein-Westfalens waren nach Schätzungen der Polizei am vergangenen Samstag der Einladung zur 36. Motorradfahrer-Gedenkfahrt von Köln nach Altenberg gefolgt. „Mit der Ausfahrt wollen wir um mehr Rücksichtnahme und Weitsicht auf den Straßen werben und gleichzeitig verstorbener Motorradfahrer gedenken“, erläutert Organisator Ingolf Schulz. Der evangelische Pfarrer und Motorradseelsorger hat sich vor einigen Jahren mit dem Hürther Andreas Hohendorf einen begeisterten Biker an seine Seite geholt.

Als Präsident der Kölner „Blue Knights“, einer von 600 regionalen Abteilungen der weltweiten Vereinigung Motorrad fahrender Polizisten mit über 20 000 Mitgliedern, hat der Polizeibeamte im Kölner Polizeipräsidium in enger Zusammenarbeit mit knapp 80 Helfern verschiedener Clubs wie den Feuerwehrmännern und -frauen der „Red Knights“, Bikern der Bundespolizei, den Maltesern und dem BVDM die Organisation und Begleitung der Ausfahrt übernommen.

„Leider konnten wir in diesem Jahr nicht an die Teilnehmerzahlen der Vorjahre anknüpfen aber wir sind unterm Strich zufrieden“, konstatiert Hohendorf, während die letzte von insgesamt vier Bikergruppen eintrifft und ihre Maschinen auf den Märchenwaldparkplatz abstellt. Zwischenzeitlich hat sich vor der Gulaschkanone von Josef Tillmann lange Schlangen bilden und Margarete Wagner am Wurststand alle Hände voll zu tun. Gelegenheit für Miriam Hödlich, sich die verschiedenen Motorräder genauer anzusehen. „Ich bin in einer Gruppe von zehn Mitgliedern der Vulkanier-Germany IG angereist und mittlerweile zum vierten mal dabei“, erläutert die Kölnerin. Auf ihre 22 Jahre junge Kawasaki Vulkan lässt die Mitarbeiterin eines Personal-Scout-Unternehmens trotz beeindruckender und vor Leistung nur so strotzender Gefährte wie eine gerade vorfahrende Boss Hoss nichts kommen. „Für mich ist die Vulkan das beste Motorrad, das es gibt. Viel schöner, als vergleichbare Maschinen amerikanische Hersteller, die man hier sehen kann.“

Während sich zahlreiche Biker auf den Weg zur Abschlussmesse mit Pfarrer Ingolf Schulz im Altenberger Dom begeben, diskutieren andere über die möglichen Gründe für die niedrigen Teilnehmerzahlen. Neben dem Wetter als Hauptursache und lobenden Worten für die Organisation stören sich einige wenige an der Polizei als Mitveranstalter. „Als Biker ist man in den Augen vieler Verkehrsteilnehmer nur ein Raser und wenn ein Unfall passiert, fällt der Verdacht auch bei der Polizei nicht selten zuerst auf uns“, macht ein Teilnehmer seinem Unmut Luft.

Natürlich sei es toll, dass die Veranstaltung von der Polizei tatkräftig unterstützt wird und er kenne selbst einige Polizisten, die begeisterte Motorradfahrer sind. Sein Vorschlag: „Ich finde, die Veranstaltung sollte wieder deutlicher als in den letzten Jahren in den Händen der Aktion Blauer Punkt der evangelischen Kirche liegen“.

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